Arnaldur Indridason: Nordermoor - ein Islandkrimi, - sehr stimmungsvoll
Sobo Swobodnik: Kuhdoo - ein satirischer Krimi mit reichlich schwäbischem Lokalkolorit
Helene Tursten: Die Tote im Keller -bewährter Schwedenkrimi mit jeder Menge Schnee und organisiertem Verbechen der finstersten Art.
Gerade angefangen:
Henning Mankell: Die fünfte Frau -Ein Wallander-Krimi
Monday, 23 August 2010
Friday, 23 July 2010
Beschwichtigungssignale und Friedensgesten
Schon seit einiger Zeit geht mir dieses Thema nicht mehr aus dem Kopf. Deswegen mache ich an dieser Stelle den Anfang für eine kleine Zusammenstellung solcher Gesten und Signale, die heute als Höflichkeitsformalitäten unseren Alltag bestimmen. Wir benutzen sie auf Schritt und Tritt, ohne darüber nachzudenken, aber wenn man sie sich mal genauer betrachtet, dann verraten sie viel über ihre Herkunft und vor allem ihre eigentliche Bedeutung.
Denn im Grunde lässt sich in vielen Gesten und Ritualen, Regeln und Vorschriften immernoch der praktische Sinn, den sie einmal hatten, erkennen, auch wenn dieser Sinn heute längst verloren gegangen ist, - zum Glück muß man größtenteils sagen.
Mir geht es dabei darum, auch für mich selbst, eine kleine Zusammenfassung zu erstellen, um meine Gedanken zu ordnen.
Genaugenommen sind es zwei Dinge, die mich eigentlich zum Nachdenken über das Thema angeregt haben.
Erstens ist das die japanische Kampfkunst, die ich nun schon seit etlichen Jahren ausgiebig praktiziere, und Zweitens eine Beobachtung, die ich unlängst auf einem Supermarktparkplatz gemacht habe.
Zur Kampfkunst will ich nur soviel sagen, daß es in jedem Dojo eine Etikette gibt, die vorgibt, wie man sich innerhalb dieses Raumes und während des Übens optimalerweise zu verhalten hat. Diese Etikette mag uns modernen Europäern auf den ersten Blick oft seltsam erscheinen, weil sie der uns fremden japanischen Kultur entstammt. Bei genauer Betrachtung (und entsprechender Erläuterung durch den Lehrer) entpuppen sich aber alle diese Rituale früher oder später als ungemein sinnvoll und praktisch,- besonders, wenn man bedenkt, daß es sich bei Kampfkünsten ja grundsätzlich um Kriegskünste handelt und daß das ursprüngliche Ziel eines jeden Kampfkünstlers nichts weniger als das nackte Überleben war.
Und bei noch genauerem Hinschauen kann man solche Rituale auch in unserem westlichen Kulturkreis bis auf den heutigen Tag entdecken. Hier sehen sie z.T. etwas anders aus, verfolgen aber den gleichen Zweck:
Es geht darum, ein Gegenüber, welchem nicht von vornherein vertraut wird, richtig einzuorden und nach Bedarf seinerseits dieses Gegenüber von der eigenen Ungefährlichkeit zu überzeugen sodaß eine Basis für eine mehr oder weniger vertrauensvolle Begegnung entsteht.
Das führt mich weiter zu meiner Parkplatzbeobachtung:
Zwei junge, arabisch aussehende Männer begegneten sich. Die beiden kannten sich wohl oder waren vielleicht sogar verwandt.
Zur Begrüßung gaben sie sich die rechte Hand und noch während sie sich an der Hand hielten umarmten sie sich rechts und links, - aber moment mal, war das wirklich eine Umarmung?
Was taten die da eigentlich? Sie hielten die rechte Hand (die Waffenhand!) des Gegenüber und schauten sich gegenseitig über die Schulter, bzw. ließen es zu, daß der jeweils andere über die eigene Schulter schaut.
Heißt das soviel wie: "Ich gebe mich Dir in die Hand und beweise dir meine friedliche Absicht dadurch, daß ich dich auch über meine Schulter schauen lasse, um zu zeigen, daß ich weder eine Waffe in der Hand trage, noch eine hinter meinem Rücken verstecke und da wir das beide gleichzeitig tun, begegnen wir uns auf Augenhöhe" ?
Demnach wäre der soganannte Bruderkuss kein Beweis von Zuneigung sondern lediglich ein Zurschaustellen der friedlichen Absicht.
Genauso verhielte es sich dann mit dem bei uns üblichen Händeschütteln. Warum bieten wir die rechte Hand an während das Angebot der Linken als unhöflich gilt?
Die meisten Menschen sind Rechtshänder und würden eine Waffe oder einen Schlag vorzugsweise mit der Rechten (aus)führen.
Warum gilt es als schlechtes Benehmen, wenn Männer in geschlossenen Räumen die Kopfbedeckung aufbehalten? Darunter könnte eine Waffe versteckt sein. Frauen hingegen wurden nicht als potentielle Nahkampf - Gegnerinnen eingestuft, durften ihren Kopfputz aufbehalten, - und dürfen es bis heute.
Etwas Ähnliches dürfte es mit der Geste des Hut-Lüftens bei der Begrüßung auf sich haben: "Sie her, ich habe nichts Gefährliches unter dem Hut versteckt."
Bei Tisch wird gemeinsam mit dem Essen begonnen und gemeinsam geendet, - natürlich erst, nachdem jede mit jedem zünftig angestossen hat.
Das gemeinsame Essen hatte wohl die Funktion, daß man sich während der Mahlzeit gegenseitig im Auge behalten konnte, denn Essen und Trinken macht schwach und unaufmerksam. Das sieht man schon in der Tierwelt, wo viele Jäger ihrer Beute mit Vorliebe an Wasserstellen auflauern, um sie in einem unaufmerksamen Moment beim Trinken zu überrumpeln.
Wenn nun alle gleichzeitig essen und trinken, befindet sich niemand in einer überlegenen Position.
Mit den Gläsern und Bierkrügen wird kräftig angestoßen, - am besten so kräftig, daß die Getränke überschwappen und sich etwas vermischen können. So verringert sich die Möglichkeit, den Mitmenschen Gift ins Getränk mischen zu können, ohne sich selbst zu gefährden.
Etwas Ähnliches dürfte die Grundlage des "Brüderschaft-Trinkens" sein. Das heißt "wir vertrauen einander jetzt so sehr, daß wir jeweils aus dem Glas des anderen trinken, denn selbstverständlich hat keiner von beiden dem anderen etwas ins Glas getan."
Hände auf den Tisch!
Es gilt als unhöflich, wenn beim Essen nicht beide Hände oberhalb der Tischkante sichtbar sind, denn unter dem Tisch versteckte Hände könnten im Verborgenen mit der Vorbereitung eines Angriffes beschäftigt sein, - Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
...
...mal sehen, ob mir noch mehr einfällt...
Denn im Grunde lässt sich in vielen Gesten und Ritualen, Regeln und Vorschriften immernoch der praktische Sinn, den sie einmal hatten, erkennen, auch wenn dieser Sinn heute längst verloren gegangen ist, - zum Glück muß man größtenteils sagen.
Mir geht es dabei darum, auch für mich selbst, eine kleine Zusammenfassung zu erstellen, um meine Gedanken zu ordnen.
Genaugenommen sind es zwei Dinge, die mich eigentlich zum Nachdenken über das Thema angeregt haben.
Erstens ist das die japanische Kampfkunst, die ich nun schon seit etlichen Jahren ausgiebig praktiziere, und Zweitens eine Beobachtung, die ich unlängst auf einem Supermarktparkplatz gemacht habe.
Zur Kampfkunst will ich nur soviel sagen, daß es in jedem Dojo eine Etikette gibt, die vorgibt, wie man sich innerhalb dieses Raumes und während des Übens optimalerweise zu verhalten hat. Diese Etikette mag uns modernen Europäern auf den ersten Blick oft seltsam erscheinen, weil sie der uns fremden japanischen Kultur entstammt. Bei genauer Betrachtung (und entsprechender Erläuterung durch den Lehrer) entpuppen sich aber alle diese Rituale früher oder später als ungemein sinnvoll und praktisch,- besonders, wenn man bedenkt, daß es sich bei Kampfkünsten ja grundsätzlich um Kriegskünste handelt und daß das ursprüngliche Ziel eines jeden Kampfkünstlers nichts weniger als das nackte Überleben war.
Und bei noch genauerem Hinschauen kann man solche Rituale auch in unserem westlichen Kulturkreis bis auf den heutigen Tag entdecken. Hier sehen sie z.T. etwas anders aus, verfolgen aber den gleichen Zweck:
Es geht darum, ein Gegenüber, welchem nicht von vornherein vertraut wird, richtig einzuorden und nach Bedarf seinerseits dieses Gegenüber von der eigenen Ungefährlichkeit zu überzeugen sodaß eine Basis für eine mehr oder weniger vertrauensvolle Begegnung entsteht.
Das führt mich weiter zu meiner Parkplatzbeobachtung:
Zwei junge, arabisch aussehende Männer begegneten sich. Die beiden kannten sich wohl oder waren vielleicht sogar verwandt.
Zur Begrüßung gaben sie sich die rechte Hand und noch während sie sich an der Hand hielten umarmten sie sich rechts und links, - aber moment mal, war das wirklich eine Umarmung?
Was taten die da eigentlich? Sie hielten die rechte Hand (die Waffenhand!) des Gegenüber und schauten sich gegenseitig über die Schulter, bzw. ließen es zu, daß der jeweils andere über die eigene Schulter schaut.
Heißt das soviel wie: "Ich gebe mich Dir in die Hand und beweise dir meine friedliche Absicht dadurch, daß ich dich auch über meine Schulter schauen lasse, um zu zeigen, daß ich weder eine Waffe in der Hand trage, noch eine hinter meinem Rücken verstecke und da wir das beide gleichzeitig tun, begegnen wir uns auf Augenhöhe" ?
Demnach wäre der soganannte Bruderkuss kein Beweis von Zuneigung sondern lediglich ein Zurschaustellen der friedlichen Absicht.
Genauso verhielte es sich dann mit dem bei uns üblichen Händeschütteln. Warum bieten wir die rechte Hand an während das Angebot der Linken als unhöflich gilt?
Die meisten Menschen sind Rechtshänder und würden eine Waffe oder einen Schlag vorzugsweise mit der Rechten (aus)führen.
Warum gilt es als schlechtes Benehmen, wenn Männer in geschlossenen Räumen die Kopfbedeckung aufbehalten? Darunter könnte eine Waffe versteckt sein. Frauen hingegen wurden nicht als potentielle Nahkampf - Gegnerinnen eingestuft, durften ihren Kopfputz aufbehalten, - und dürfen es bis heute.
Etwas Ähnliches dürfte es mit der Geste des Hut-Lüftens bei der Begrüßung auf sich haben: "Sie her, ich habe nichts Gefährliches unter dem Hut versteckt."
Bei Tisch wird gemeinsam mit dem Essen begonnen und gemeinsam geendet, - natürlich erst, nachdem jede mit jedem zünftig angestossen hat.
Das gemeinsame Essen hatte wohl die Funktion, daß man sich während der Mahlzeit gegenseitig im Auge behalten konnte, denn Essen und Trinken macht schwach und unaufmerksam. Das sieht man schon in der Tierwelt, wo viele Jäger ihrer Beute mit Vorliebe an Wasserstellen auflauern, um sie in einem unaufmerksamen Moment beim Trinken zu überrumpeln.
Wenn nun alle gleichzeitig essen und trinken, befindet sich niemand in einer überlegenen Position.
Mit den Gläsern und Bierkrügen wird kräftig angestoßen, - am besten so kräftig, daß die Getränke überschwappen und sich etwas vermischen können. So verringert sich die Möglichkeit, den Mitmenschen Gift ins Getränk mischen zu können, ohne sich selbst zu gefährden.
Etwas Ähnliches dürfte die Grundlage des "Brüderschaft-Trinkens" sein. Das heißt "wir vertrauen einander jetzt so sehr, daß wir jeweils aus dem Glas des anderen trinken, denn selbstverständlich hat keiner von beiden dem anderen etwas ins Glas getan."
Hände auf den Tisch!
Es gilt als unhöflich, wenn beim Essen nicht beide Hände oberhalb der Tischkante sichtbar sind, denn unter dem Tisch versteckte Hände könnten im Verborgenen mit der Vorbereitung eines Angriffes beschäftigt sein, - Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
...
...mal sehen, ob mir noch mehr einfällt...
Saturday, 23 January 2010
TCM - wie Traditionelle Chinesische Mordinstrumente
Gestern nacht habe ich, ich glaube auf NTV war es, eine Sendung über die Kung Fu-Kämpfer des alten China bzw. über deren Waffen gesehen. Als Kampfkunst-Übende interessiere ich mich für sowas.
Man muß ja sagen, daß die alten Chinesen in diesem Punkt unheimlich erfinderisch waren. Nachdem die gängigen Waffen der Soldaten wie Schwert, Säbel, Lanze, Hellebarde (ja sowas hatten die auch - hieß nur anders) und Bogen gezeigt worden waren, ging man dazu über die weniger als Waffen erkennbaren aber deswegen nicht minder tödlichen Inststrumente vorzustellen, wie sie weniger von edlen Kriegskünstlern sondern eher von heimtückischen Meuchelmördern (Macht das eigentlich einen Unterschied?) geführt wurden. Darunter befanden sich vermeintlich harmlose Gegenstände wie Fächer, Schreibfedern und sogar hölzerne Eßstäbchen!
Nachdem dann klar war, daß von trainierten Kämpfern theoretisch sogar Schnürsenkel und Gummienten zu Mordwaffen umfunktioniert werden könnten (theoretisch deshalb, weil ich nicht glaube, daß man im alten China Schnürsenkel und Gummienten kannte), lief die Sendung auf ihren Höhepunkt zu, der die ganze Zeit wie die Möhre vor der Nase des Zuschauers hergetragen wurde.Die Waffen waren nämlich ihrer Gefährlichkeit nach geordnet und die gemeinste von allen wurde natürlich bis zum Schluß aufgespart.
Und was war nun die heimtückischste Apparatur zur hinterlistigen Jenseitsbeförderung der lieben Mitmenschen?
Eine sogenannte fliegende Guillotine, - von der man heute weder weiß, wie sie ausgesehen hat, noch, ob es sie überhaupt gab.
Mit einem eigens konstruierten Mechanismus, der beweisen sollte, daß es soetwas theoretisch gegeben haben könnte, mühte sich ein erfahrener Kung Fu - Kämpfer eine ganze Weile ab, bis er irgendwie, eher zufällig das gewünschte Ergebnis hervorbrachte.
Dabei wurde von den Kampfkünstlern vorher wirklich beeindruckend die Handhabung der verschiedenen Waffen vorgeführt. Die Körperbeherrschung, Schnelligkeit, Ausdauer dieser Leute ist wirklich atemberaubend, -fast übermenschlich.
Man muß ja sagen, daß die alten Chinesen in diesem Punkt unheimlich erfinderisch waren. Nachdem die gängigen Waffen der Soldaten wie Schwert, Säbel, Lanze, Hellebarde (ja sowas hatten die auch - hieß nur anders) und Bogen gezeigt worden waren, ging man dazu über die weniger als Waffen erkennbaren aber deswegen nicht minder tödlichen Inststrumente vorzustellen, wie sie weniger von edlen Kriegskünstlern sondern eher von heimtückischen Meuchelmördern (Macht das eigentlich einen Unterschied?) geführt wurden. Darunter befanden sich vermeintlich harmlose Gegenstände wie Fächer, Schreibfedern und sogar hölzerne Eßstäbchen!
Nachdem dann klar war, daß von trainierten Kämpfern theoretisch sogar Schnürsenkel und Gummienten zu Mordwaffen umfunktioniert werden könnten (theoretisch deshalb, weil ich nicht glaube, daß man im alten China Schnürsenkel und Gummienten kannte), lief die Sendung auf ihren Höhepunkt zu, der die ganze Zeit wie die Möhre vor der Nase des Zuschauers hergetragen wurde.Die Waffen waren nämlich ihrer Gefährlichkeit nach geordnet und die gemeinste von allen wurde natürlich bis zum Schluß aufgespart.
Und was war nun die heimtückischste Apparatur zur hinterlistigen Jenseitsbeförderung der lieben Mitmenschen?
Eine sogenannte fliegende Guillotine, - von der man heute weder weiß, wie sie ausgesehen hat, noch, ob es sie überhaupt gab.
Mit einem eigens konstruierten Mechanismus, der beweisen sollte, daß es soetwas theoretisch gegeben haben könnte, mühte sich ein erfahrener Kung Fu - Kämpfer eine ganze Weile ab, bis er irgendwie, eher zufällig das gewünschte Ergebnis hervorbrachte.
Dabei wurde von den Kampfkünstlern vorher wirklich beeindruckend die Handhabung der verschiedenen Waffen vorgeführt. Die Körperbeherrschung, Schnelligkeit, Ausdauer dieser Leute ist wirklich atemberaubend, -fast übermenschlich.
Monday, 23 November 2009
Die Wurzeln der Kriminalliteratur No. x
Inzwischen habe ich vergessen, wieviele Beiträge ich hier schon zu dem Thema geschrieben habe, ich mag jetzt auch nicht nachforschen.
Ich möchte nur schnell festhalten, daß ich auf eine neue Spur gestoßen bin.
Den Hinweis gab mir Agatha Christie höchstpersönlich.
Nicht, daß ich jetzt auch noch behaupte mediale Fähigkeiten zu haben, nein, ich habe natürlich Frau Christie`s Biografie gelesen.
Dort verrät sie, daß ihr selbst u.a. folgende Bücher zum lesen empfohlen worden sind:
"Das Geheimnis des gelben Zimmers - Le Mystere de la Chambre jaune" von Gaston Leroux
und
"Confessions of an english opium eater" von Thomas de Quincy.
Beide habe ich mir natürlich besorgt, Letzteres hatte ich schon, bevor ich diesen Hinweis las.
Leider ist mein Französisch zu schlecht, um das "gelbe Zimmer" im Original zu lesen, was sehr bedauerlich ist, denn die Diogenes -Ausgabe von 1982, die ich nun besitze, basiert auf einer älteren Übersetzung, die leider Einiges zu wünschen übrig lässt.
Um genau zu sein ist diese Übersetzung für meinen Geschmack zu sehr eingedeutscht.
Wenn Madame, Mademioselle und Monsieur mit "Frau", "Fräulein" und "Herr" übersetzt werden, anstatt unübersetzt stehen zu bleiben, verfälscht das zu sehr die Stimmung. Mit Mrs. Miss und Mr. im englischen geht es mir genauso. Diese Bezeichnungen kann meiner Meinung nach jeder verstehen, auch wenn er die Sprache ansonsten nicht beherrscht.
Dann ist mir noch aufgefallen, daß die Leute im "gelben Zimmer" andauernd am frühen Nachmittag frühstücken. Ich kenne den Originaltext ja nicht, aber ich kann es mir nur so erklären, daß dem Übersetzer der Unterschied zwischen petit déjeuner und déjeuner entgangen sein muß.
...wie auch immer, die Geschichte vom gelben Zimmer ist vor über 100 Jahren erschienen. Sie gilt als Klassiker der französischen Kriminalliteratur und in der Tat vereint der pfiffige kleine Reporter Rouletabille so manche Eigenschaft die wir vor ihm bei Sherlock Holmes und nach ihm bei Hercule Poirot wiederfinden. Er deduziert und kombiniert und kommt mit Hilfe seines unbeirrbaren Verstandes am Ende auf die einzig richtige Möglichkeit.
Allerdings geht er weniger methodisch vor und ist auch in seinem Wesen etwas impulsiver, als seine beiden Kollegen, was wohl an seiner Jugend liegen mag, denn er ist in diesem seinem ersten Fall noch keine 20 Jahre alt.
"Das Geheimnis des gelben Zimmers" ist, ebenso wie Edgar Allan Poe`s "Doppelmord in der Rue Mourgue" ein klassischer "locked-room-mystery" - Roman.
Somit finden sich hier tatsächlich wichtige Grundelemente des frühen Kriminalromans wieder.
Übrigens dürfte eine andere Geschichte von Gaston Leroux weitaus bekannter sein. Er hat nämlich auch "Das Phantom der Oper" geschrieben.
Ich möchte nur schnell festhalten, daß ich auf eine neue Spur gestoßen bin.
Den Hinweis gab mir Agatha Christie höchstpersönlich.
Nicht, daß ich jetzt auch noch behaupte mediale Fähigkeiten zu haben, nein, ich habe natürlich Frau Christie`s Biografie gelesen.
Dort verrät sie, daß ihr selbst u.a. folgende Bücher zum lesen empfohlen worden sind:
"Das Geheimnis des gelben Zimmers - Le Mystere de la Chambre jaune" von Gaston Leroux
und
"Confessions of an english opium eater" von Thomas de Quincy.
Beide habe ich mir natürlich besorgt, Letzteres hatte ich schon, bevor ich diesen Hinweis las.
Leider ist mein Französisch zu schlecht, um das "gelbe Zimmer" im Original zu lesen, was sehr bedauerlich ist, denn die Diogenes -Ausgabe von 1982, die ich nun besitze, basiert auf einer älteren Übersetzung, die leider Einiges zu wünschen übrig lässt.
Um genau zu sein ist diese Übersetzung für meinen Geschmack zu sehr eingedeutscht.
Wenn Madame, Mademioselle und Monsieur mit "Frau", "Fräulein" und "Herr" übersetzt werden, anstatt unübersetzt stehen zu bleiben, verfälscht das zu sehr die Stimmung. Mit Mrs. Miss und Mr. im englischen geht es mir genauso. Diese Bezeichnungen kann meiner Meinung nach jeder verstehen, auch wenn er die Sprache ansonsten nicht beherrscht.
Dann ist mir noch aufgefallen, daß die Leute im "gelben Zimmer" andauernd am frühen Nachmittag frühstücken. Ich kenne den Originaltext ja nicht, aber ich kann es mir nur so erklären, daß dem Übersetzer der Unterschied zwischen petit déjeuner und déjeuner entgangen sein muß.
...wie auch immer, die Geschichte vom gelben Zimmer ist vor über 100 Jahren erschienen. Sie gilt als Klassiker der französischen Kriminalliteratur und in der Tat vereint der pfiffige kleine Reporter Rouletabille so manche Eigenschaft die wir vor ihm bei Sherlock Holmes und nach ihm bei Hercule Poirot wiederfinden. Er deduziert und kombiniert und kommt mit Hilfe seines unbeirrbaren Verstandes am Ende auf die einzig richtige Möglichkeit.
Allerdings geht er weniger methodisch vor und ist auch in seinem Wesen etwas impulsiver, als seine beiden Kollegen, was wohl an seiner Jugend liegen mag, denn er ist in diesem seinem ersten Fall noch keine 20 Jahre alt.
"Das Geheimnis des gelben Zimmers" ist, ebenso wie Edgar Allan Poe`s "Doppelmord in der Rue Mourgue" ein klassischer "locked-room-mystery" - Roman.
Somit finden sich hier tatsächlich wichtige Grundelemente des frühen Kriminalromans wieder.
Übrigens dürfte eine andere Geschichte von Gaston Leroux weitaus bekannter sein. Er hat nämlich auch "Das Phantom der Oper" geschrieben.
Monday, 26 October 2009
Eine bemerkenswerte Wissenschaftlerin
Heute bin ich zufällig auf
Anna Morandi - Manzolini
gestoßen.
Sie war eine bedeutende Anatomin und Künstlerin des 18. Jahrhunderts und hatte den Lehrstuhl für Anatomie an der Univiersität von Bologna inne.
Berühmtheit erlangte sie durch ihre innovative Arbeit im Bereich der Section und Präparation menschlicher Leichen sowie durch ihre detailliert gearbeiteten anatomischen Zeichnungen und Wachsmodelle, die zu Lehrzwecken wie auch als Kunstwerke europaweit geschätzt wurden.
----
Ergänzung:
Im Grunde erinnern Objekte wie dieses im Science Museum in South Kensington/ England, an die Arbeiten eines gewissen modernen Anatomen, nur daß der sich nicht mehr damit aufhält, das Original aus Wachs nachzuarbeiten, sondern das Original selbst zum Ausstellungsstück präpariert.
Anna Morandi - Manzolini
gestoßen.
Sie war eine bedeutende Anatomin und Künstlerin des 18. Jahrhunderts und hatte den Lehrstuhl für Anatomie an der Univiersität von Bologna inne.
Berühmtheit erlangte sie durch ihre innovative Arbeit im Bereich der Section und Präparation menschlicher Leichen sowie durch ihre detailliert gearbeiteten anatomischen Zeichnungen und Wachsmodelle, die zu Lehrzwecken wie auch als Kunstwerke europaweit geschätzt wurden.
----
Ergänzung:
Im Grunde erinnern Objekte wie dieses im Science Museum in South Kensington/ England, an die Arbeiten eines gewissen modernen Anatomen, nur daß der sich nicht mehr damit aufhält, das Original aus Wachs nachzuarbeiten, sondern das Original selbst zum Ausstellungsstück präpariert.
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18. Jahrhundert,
Anatomie,
Anna Morandi Manzolini
Monday, 5 October 2009
Französische Krimis im Allgemeinen
Damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich hätte grundsätzlich etwas gegen französische Krimis muß ich kurz noch über "36 - Tödliche Rivalen" schreiben. Das ist gleichzeitig als Notiz für mich zu verstehen, damit ich nicht vergesse, wie dieser Film hieß, der mir nämlich sehr gut gefallen hat.
Ja, es ist ein Film, - eigentlich ein Thriller und kein Krimi im Sinne einer Detektivgeschichte.
Der Titel klingt belanglos, der Film ist es nicht.
Gerard Depardieu spielt hier interessanterweise mal den fiesen Widerling, - sehr überzeugend übrigens.
Sein Gegenspieler ist Daniel Auteuil.
Die Geschichte dreht sich um Rivalität unter Polizeibeamten und einen Mann, der bis zum Äußersten geht, um seinen Konkurrenten auszustechen und den begehrten Posten zu ergattern.
Der Film findet das richtige Maß an Action, Spannung, Drama,- und eine Spur Erotik ist bei der Besetzung natürlich auch vertreten, -genau die richtige Mischung.
Es ist so, daß Actionszenen mich oft langweilen, und zwar dann, wenn sie sich von der Handlung loslösen. Dann sind sie nichts als nervtötender Füllstoff.
Bei Verfolgungsjagden oder Endlos - Schießereien zum Beispiel schlafe ich regelmäßig ein.
In diesem Film sind die Actionszenen kurz gehalten, sehr präzise auf den Punkt gebracht und werden dadurch atemberaubend spannend.
Jawohl dieser Film ist sehenswert!
Hier noch ein Link zu guter Letzt:
36 - Tödliche Rivalen
Ja, es ist ein Film, - eigentlich ein Thriller und kein Krimi im Sinne einer Detektivgeschichte.
Der Titel klingt belanglos, der Film ist es nicht.
Gerard Depardieu spielt hier interessanterweise mal den fiesen Widerling, - sehr überzeugend übrigens.
Sein Gegenspieler ist Daniel Auteuil.
Die Geschichte dreht sich um Rivalität unter Polizeibeamten und einen Mann, der bis zum Äußersten geht, um seinen Konkurrenten auszustechen und den begehrten Posten zu ergattern.
Der Film findet das richtige Maß an Action, Spannung, Drama,- und eine Spur Erotik ist bei der Besetzung natürlich auch vertreten, -genau die richtige Mischung.
Es ist so, daß Actionszenen mich oft langweilen, und zwar dann, wenn sie sich von der Handlung loslösen. Dann sind sie nichts als nervtötender Füllstoff.
Bei Verfolgungsjagden oder Endlos - Schießereien zum Beispiel schlafe ich regelmäßig ein.
In diesem Film sind die Actionszenen kurz gehalten, sehr präzise auf den Punkt gebracht und werden dadurch atemberaubend spannend.
Jawohl dieser Film ist sehenswert!
Hier noch ein Link zu guter Letzt:
36 - Tödliche Rivalen
Ich steh` nicht auf Fred Vargas
Ja so ist das.
Fred Vargas wird ja allenthalben in den höchsten Tönen gelobt als originell, poetisch, intelligent, sympatisch, lebendig usw. usf. .
Ich kann weder mit den Kriminalromanen, noch mit deren Verfilmungen etwas anfangen. Das Spannendste an den Büchern sind immernoch die Titel: "Die dritte Jungfrau", "Der vierzehnte Stein" , "Das Orakel von Port Nicolas" und wie sie nicht alle heißen. Aber da hört für mich der Spaß schon auf. Zwei Mal habe ich für "Die dritte Jungfrau" Anlauf genommen und bin immer wieder nach den ersten Seiten gescheitert.Zu viele Details werden einem da um die Ohren gehauen, ohne daß auch nur im Geringsten nach Relevanz geordnet ist. Der rote Faden versteckt sich wie die Nadel im Heuhaufen. Das ist mir auf Dauer zu langweilig.
Nun wollte ich das Buch nicht gleich wieder weggeben. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen und ich versuchte es mit den Verfilmungen, die zur Zeit im Zweiten (?) laufen.
Eine hab ich tatsächlich bis zu Ende gesehen, - und ich war enttäuscht über das dürftige Geschichtchen, das zum Schluß hinter dem ganzen Hokus Pokus zum Vorschein kam. Beim zweiten Film bin ich nach dem ersten Drittel ausgestiegen, weil ich es einfach ermüdend fand, der Sache zu folgen.
Die Filme sind optisch sehr schön gemacht, - tolle Landschaftsaufnahmen, schöne Aufnahmen von Paris, interessante Kameraführung usw.. Aber das allein reicht eben nicht.
Alles in Allem muß ich feststellen: ich bin kein Vargas - Fan.
Fred Vargas wird ja allenthalben in den höchsten Tönen gelobt als originell, poetisch, intelligent, sympatisch, lebendig usw. usf. .
Ich kann weder mit den Kriminalromanen, noch mit deren Verfilmungen etwas anfangen. Das Spannendste an den Büchern sind immernoch die Titel: "Die dritte Jungfrau", "Der vierzehnte Stein" , "Das Orakel von Port Nicolas" und wie sie nicht alle heißen. Aber da hört für mich der Spaß schon auf. Zwei Mal habe ich für "Die dritte Jungfrau" Anlauf genommen und bin immer wieder nach den ersten Seiten gescheitert.Zu viele Details werden einem da um die Ohren gehauen, ohne daß auch nur im Geringsten nach Relevanz geordnet ist. Der rote Faden versteckt sich wie die Nadel im Heuhaufen. Das ist mir auf Dauer zu langweilig.
Nun wollte ich das Buch nicht gleich wieder weggeben. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen und ich versuchte es mit den Verfilmungen, die zur Zeit im Zweiten (?) laufen.
Eine hab ich tatsächlich bis zu Ende gesehen, - und ich war enttäuscht über das dürftige Geschichtchen, das zum Schluß hinter dem ganzen Hokus Pokus zum Vorschein kam. Beim zweiten Film bin ich nach dem ersten Drittel ausgestiegen, weil ich es einfach ermüdend fand, der Sache zu folgen.
Die Filme sind optisch sehr schön gemacht, - tolle Landschaftsaufnahmen, schöne Aufnahmen von Paris, interessante Kameraführung usw.. Aber das allein reicht eben nicht.
Alles in Allem muß ich feststellen: ich bin kein Vargas - Fan.
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