Damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich hätte grundsätzlich etwas gegen französische Krimis muß ich kurz noch über "36 - Tödliche Rivalen" schreiben. Das ist gleichzeitig als Notiz für mich zu verstehen, damit ich nicht vergesse, wie dieser Film hieß, der mir nämlich sehr gut gefallen hat.
Ja, es ist ein Film, - eigentlich ein Thriller und kein Krimi im Sinne einer Detektivgeschichte.
Der Titel klingt belanglos, der Film ist es nicht.
Gerard Depardieu spielt hier interessanterweise mal den fiesen Widerling, - sehr überzeugend übrigens.
Sein Gegenspieler ist Daniel Auteuil.
Die Geschichte dreht sich um Rivalität unter Polizeibeamten und einen Mann, der bis zum Äußersten geht, um seinen Konkurrenten auszustechen und den begehrten Posten zu ergattern.
Der Film findet das richtige Maß an Action, Spannung, Drama,- und eine Spur Erotik ist bei der Besetzung natürlich auch vertreten, -genau die richtige Mischung.
Es ist so, daß Actionszenen mich oft langweilen, und zwar dann, wenn sie sich von der Handlung loslösen. Dann sind sie nichts als nervtötender Füllstoff.
Bei Verfolgungsjagden oder Endlos - Schießereien zum Beispiel schlafe ich regelmäßig ein.
In diesem Film sind die Actionszenen kurz gehalten, sehr präzise auf den Punkt gebracht und werden dadurch atemberaubend spannend.
Jawohl dieser Film ist sehenswert!
Hier noch ein Link zu guter Letzt:
36 - Tödliche Rivalen
Monday, 5 October 2009
Ich steh` nicht auf Fred Vargas
Ja so ist das.
Fred Vargas wird ja allenthalben in den höchsten Tönen gelobt als originell, poetisch, intelligent, sympatisch, lebendig usw. usf. .
Ich kann weder mit den Kriminalromanen, noch mit deren Verfilmungen etwas anfangen. Das Spannendste an den Büchern sind immernoch die Titel: "Die dritte Jungfrau", "Der vierzehnte Stein" , "Das Orakel von Port Nicolas" und wie sie nicht alle heißen. Aber da hört für mich der Spaß schon auf. Zwei Mal habe ich für "Die dritte Jungfrau" Anlauf genommen und bin immer wieder nach den ersten Seiten gescheitert.Zu viele Details werden einem da um die Ohren gehauen, ohne daß auch nur im Geringsten nach Relevanz geordnet ist. Der rote Faden versteckt sich wie die Nadel im Heuhaufen. Das ist mir auf Dauer zu langweilig.
Nun wollte ich das Buch nicht gleich wieder weggeben. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen und ich versuchte es mit den Verfilmungen, die zur Zeit im Zweiten (?) laufen.
Eine hab ich tatsächlich bis zu Ende gesehen, - und ich war enttäuscht über das dürftige Geschichtchen, das zum Schluß hinter dem ganzen Hokus Pokus zum Vorschein kam. Beim zweiten Film bin ich nach dem ersten Drittel ausgestiegen, weil ich es einfach ermüdend fand, der Sache zu folgen.
Die Filme sind optisch sehr schön gemacht, - tolle Landschaftsaufnahmen, schöne Aufnahmen von Paris, interessante Kameraführung usw.. Aber das allein reicht eben nicht.
Alles in Allem muß ich feststellen: ich bin kein Vargas - Fan.
Fred Vargas wird ja allenthalben in den höchsten Tönen gelobt als originell, poetisch, intelligent, sympatisch, lebendig usw. usf. .
Ich kann weder mit den Kriminalromanen, noch mit deren Verfilmungen etwas anfangen. Das Spannendste an den Büchern sind immernoch die Titel: "Die dritte Jungfrau", "Der vierzehnte Stein" , "Das Orakel von Port Nicolas" und wie sie nicht alle heißen. Aber da hört für mich der Spaß schon auf. Zwei Mal habe ich für "Die dritte Jungfrau" Anlauf genommen und bin immer wieder nach den ersten Seiten gescheitert.Zu viele Details werden einem da um die Ohren gehauen, ohne daß auch nur im Geringsten nach Relevanz geordnet ist. Der rote Faden versteckt sich wie die Nadel im Heuhaufen. Das ist mir auf Dauer zu langweilig.
Nun wollte ich das Buch nicht gleich wieder weggeben. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen und ich versuchte es mit den Verfilmungen, die zur Zeit im Zweiten (?) laufen.
Eine hab ich tatsächlich bis zu Ende gesehen, - und ich war enttäuscht über das dürftige Geschichtchen, das zum Schluß hinter dem ganzen Hokus Pokus zum Vorschein kam. Beim zweiten Film bin ich nach dem ersten Drittel ausgestiegen, weil ich es einfach ermüdend fand, der Sache zu folgen.
Die Filme sind optisch sehr schön gemacht, - tolle Landschaftsaufnahmen, schöne Aufnahmen von Paris, interessante Kameraführung usw.. Aber das allein reicht eben nicht.
Alles in Allem muß ich feststellen: ich bin kein Vargas - Fan.
Wednesday, 30 September 2009
Mumien (nur noch ein kleiner Nachtrag ;-) )
@Lu: Jetzt weiß ichs wieder!
Es war Peter Hacks, der dieses Gedicht vom Ritter Kahlbutz geschrieben hat!
Sein Buch "Kinderkurzweil" habe ich als Kind geliebt.
Darin gabs neben dem Kahlbutzgedicht auch eine Geschichte die hieß "Fledermausohren mit Salpetersoße". Darin geht es um die Freundschaft eines Skeletts mit einem Raben. Klar, daß mir die gefallen hat.
Ich hatte das Buch mal, aber leider ist es mir abhanden gekommen. Ich muß das unbedingt wieder auftreiben!
Es war Peter Hacks, der dieses Gedicht vom Ritter Kahlbutz geschrieben hat!
Sein Buch "Kinderkurzweil" habe ich als Kind geliebt.
Darin gabs neben dem Kahlbutzgedicht auch eine Geschichte die hieß "Fledermausohren mit Salpetersoße". Darin geht es um die Freundschaft eines Skeletts mit einem Raben. Klar, daß mir die gefallen hat.
Ich hatte das Buch mal, aber leider ist es mir abhanden gekommen. Ich muß das unbedingt wieder auftreiben!
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Mumien,
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Ritter Kahlbutz
Thursday, 10 September 2009
Mumiengeschichten IV - Sie sind mitten unter uns
Wie diese Meldung zeigt sind die sprichwörtlichen "Leichen im Keller" offenbar häufiger, als man das mitunter annehmen mag.
Und olle Lenin lassen sie auch mal nicht in Ruhe tot sein. Langsam fängt der Kerl an mir leid zu tun.
Gefunden habe ich das alles, - wo wohl? Beim Experten natürlich!
;-)
Und olle Lenin lassen sie auch mal nicht in Ruhe tot sein. Langsam fängt der Kerl an mir leid zu tun.
Gefunden habe ich das alles, - wo wohl? Beim Experten natürlich!
;-)
Tuesday, 28 July 2009
Mumiengeschichten III: Aurora mit dem Rosenstrauß
Ich wollte ja...
und das schon seit langem...
...jetzt endlich ist es soweit und ich vervollständige hiermit meine kleine Mumienserie. ;-)
Im Zuge meiner morbiden Aktivitäten fiel mir ja auch die Geschichte von Aurora ein und ich hatte mir vorgenommen, davon zu erzählen.
Nun war ich in den letzten Wochen verhindert, u.a. habe ich kurz meine Heimatstadt besucht.
Da Aurora lange Zeit (leider vor meiner Zeit) DIE Vorzeigemumie meiner Heimatstadt gewesen sein soll, fügt sich somit eins zum anderen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Es war einmal...
... eine edle Dame mit Namen Maria Aurora von Königsmarck*.
Die war, wie ich jetzt herausgefunden habe, nicht nur Pröbstin des Damenstifts, sondern auch Geliebte von August II ("der Starke") und Voltaire hielt sie sogar für "die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte".**
Sie wird als sehr gebildet,intelligent und musisch begabt beschrieben.
Darüberhinaus soll sie auch noch sehr schön gewesen sein.
Diese Schönheit hat sich angeblich bis weit über den Tod hinaus erhalten und das kam so:
Als Frau Aurora verstarb, wurde sie in der Fürstengruft der Quedlinburger Stiftskirche beigesetzt.
Dort muß ein zersetzungswidriges Klima geherrscht haben, denn als die Gruft für Restaurierungsarbeiten(?) geöffnet wurde, fand man die dort beigesetzten Toten in ungewöhnlich gutem Zustand vor.
Die Leichen waren mumifiziert und insbesondere die der Aurora soll so gut erhalten gewesen sein, daß die Schönheit von Gesicht und Haaren noch zu erahnen gewesen sein soll. Nach dieser Entdeckung wurde die Gruft mitsamt ihren Toten zur Besichtigung freigegeben.
Nach Kriegsende besichtigten auch amerikanische Soldaten die Gruft.
Es wurde gerüchteweise erzählt, daß diese von der immernoch erkennbaren Schönheit der Aurora so hingerissen gewesen sein sollen, daß sie ihr als Zeichen ihrer Verehrung einen Strauß Rosen auf die Brust legten.
Mit den Blumen allerdings wurden auch Insekten eingeschleppt, die ihrerseits begannen, der Dame ihre ganz eigene Art von Ehre zu erweisen.
Die öffentlichen Besichtigungen, die offenbar das konservierende Klima erheblich störten, hatten ohnehin schon ihre Spuren an den Mumien hinterlassen und daher enschloss man sich wohl , die Särge wieder zu schließen und die Toten ihrer wohlverdienten Ruhe zu überlassen.
Ich kann die Geschichte nur so erzählen, wie ich sie als Kind mit großen Ohren aufgeschnappt habe. Was daran wahr und was Gerücht ist vermag ich nicht zu sagen.
Über die Mumien selbst konnte ich leider nicht viel in Erfahrung bringen. Ich weiß darüber vom Hörensagen und der einzige Link, unter dem ich eine Erwähnung gefunden habe ist dieser hier.
Falls sich irgendjemand in meine Gemächer verirrt, der besser Bescheid weiß, mich würde sehr interessieren, was die /derjenige zu sagen hat.
Über Auroa habe ich schon etwas mehr gefunden, in dieser Buchvorstellung beispielsweise. Das Buch selbst kenne ich nicht, aber der Zeit-Artikel darüber ist recht interessant. Darin steht auch, daß die Dichterin George Sand eine Nachfahrin Auroras war.
Hier gibt es auch recht umfangreich, und etwas unbequem, die bewegte Lebensgeschichte Auroras nachzulesen.
Dort fand ich u.a. die Information, daß der Leichnam Auroras erst ein Jahr nach ihrem Tode in der Fürstengruft bestattet werden konnte, was damit zusammenhing, daß die Gräfin als sie starb, finanziell ruiniert gewesen sein soll.
Über Aurora von Königsmarck sind verschiedene Bücher geschrieben worden. In der diesjährigen Sonderausstellung des Quedlinburger Schloßmuseums kann man sich ebenfalls sowohl über Aurora, als auch über die Geschichte des Damenstifts informieren.
*die Schreibweise mit "ck" am Ende habe ich bei kurzer Recherche genauso vorgefunden, wie die Schreibweise mit "k" (Königsmark). Welche nun die richtige ist, kann ich nicht sagen. Die "ck"-Version scheint aber verbreiteter zu sein.
** Lebensdaten: 1662 - 1728
und das schon seit langem...
...jetzt endlich ist es soweit und ich vervollständige hiermit meine kleine Mumienserie. ;-)
Im Zuge meiner morbiden Aktivitäten fiel mir ja auch die Geschichte von Aurora ein und ich hatte mir vorgenommen, davon zu erzählen.
Nun war ich in den letzten Wochen verhindert, u.a. habe ich kurz meine Heimatstadt besucht.
Da Aurora lange Zeit (leider vor meiner Zeit) DIE Vorzeigemumie meiner Heimatstadt gewesen sein soll, fügt sich somit eins zum anderen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Es war einmal...
... eine edle Dame mit Namen Maria Aurora von Königsmarck*.
Die war, wie ich jetzt herausgefunden habe, nicht nur Pröbstin des Damenstifts, sondern auch Geliebte von August II ("der Starke") und Voltaire hielt sie sogar für "die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte".**
Sie wird als sehr gebildet,intelligent und musisch begabt beschrieben.
Darüberhinaus soll sie auch noch sehr schön gewesen sein.
Diese Schönheit hat sich angeblich bis weit über den Tod hinaus erhalten und das kam so:
Als Frau Aurora verstarb, wurde sie in der Fürstengruft der Quedlinburger Stiftskirche beigesetzt.
Dort muß ein zersetzungswidriges Klima geherrscht haben, denn als die Gruft für Restaurierungsarbeiten(?) geöffnet wurde, fand man die dort beigesetzten Toten in ungewöhnlich gutem Zustand vor.
Die Leichen waren mumifiziert und insbesondere die der Aurora soll so gut erhalten gewesen sein, daß die Schönheit von Gesicht und Haaren noch zu erahnen gewesen sein soll. Nach dieser Entdeckung wurde die Gruft mitsamt ihren Toten zur Besichtigung freigegeben.
Nach Kriegsende besichtigten auch amerikanische Soldaten die Gruft.
Es wurde gerüchteweise erzählt, daß diese von der immernoch erkennbaren Schönheit der Aurora so hingerissen gewesen sein sollen, daß sie ihr als Zeichen ihrer Verehrung einen Strauß Rosen auf die Brust legten.
Mit den Blumen allerdings wurden auch Insekten eingeschleppt, die ihrerseits begannen, der Dame ihre ganz eigene Art von Ehre zu erweisen.
Die öffentlichen Besichtigungen, die offenbar das konservierende Klima erheblich störten, hatten ohnehin schon ihre Spuren an den Mumien hinterlassen und daher enschloss man sich wohl , die Särge wieder zu schließen und die Toten ihrer wohlverdienten Ruhe zu überlassen.
Ich kann die Geschichte nur so erzählen, wie ich sie als Kind mit großen Ohren aufgeschnappt habe. Was daran wahr und was Gerücht ist vermag ich nicht zu sagen.
Über die Mumien selbst konnte ich leider nicht viel in Erfahrung bringen. Ich weiß darüber vom Hörensagen und der einzige Link, unter dem ich eine Erwähnung gefunden habe ist dieser hier.
Falls sich irgendjemand in meine Gemächer verirrt, der besser Bescheid weiß, mich würde sehr interessieren, was die /derjenige zu sagen hat.
Über Auroa habe ich schon etwas mehr gefunden, in dieser Buchvorstellung beispielsweise. Das Buch selbst kenne ich nicht, aber der Zeit-Artikel darüber ist recht interessant. Darin steht auch, daß die Dichterin George Sand eine Nachfahrin Auroras war.
Hier gibt es auch recht umfangreich, und etwas unbequem, die bewegte Lebensgeschichte Auroras nachzulesen.
Dort fand ich u.a. die Information, daß der Leichnam Auroras erst ein Jahr nach ihrem Tode in der Fürstengruft bestattet werden konnte, was damit zusammenhing, daß die Gräfin als sie starb, finanziell ruiniert gewesen sein soll.
Über Aurora von Königsmarck sind verschiedene Bücher geschrieben worden. In der diesjährigen Sonderausstellung des Quedlinburger Schloßmuseums kann man sich ebenfalls sowohl über Aurora, als auch über die Geschichte des Damenstifts informieren.
*die Schreibweise mit "ck" am Ende habe ich bei kurzer Recherche genauso vorgefunden, wie die Schreibweise mit "k" (Königsmark). Welche nun die richtige ist, kann ich nicht sagen. Die "ck"-Version scheint aber verbreiteter zu sein.
** Lebensdaten: 1662 - 1728
Thursday, 2 July 2009
Kapuzinergruft und Mumiengeschichten II
Nachdem ich mich über die Kapuzinergruft von Palermo übersichtsweise belesen habe, weiß ich, daß hinter dem guten Erhaltungszustand der dort beigesetzten Leichen, neben dem von Natur aus günstigen Klima auch künstliche Mumifizierungsmaßnahmen stecken.
Kurz zusammengefasst lief dieser Prozess folgendermaßen ab:
Die Toten wurden auf bestimmte Weise eine Zeit lang getrocknet. Das vor Ort vorhandene Tuffgestein, spielte dabei eine wesentliche Rolle. Anschließend wusch man die Trockenmumien mit Essig, kleidete sie standesgemäß an und brachte sie in die Katakomben, wo sie an "ihren" Platz aufgebahrt, aufgehängt oder aufgestellt wurden.
Dort konnten die Verstorbenen von ihren Angehörigen besucht werden. Es war auch nicht unüblich, die Überreste von Zeit zu Zeit neu einzukleiden, was den guten Zustand der Kleider erklärt, der mir beim Anscheuen der Bilder sofort aufgefallen war.
Es muß sicher nicht extra erwähnt werden, daß dieser Aufwand nur Geistlichen und gut betuchten Bürgern vorbehalten war.
Wer mehr darüber wissen will findet natürlich bei Wikipedia oder auf anderen Seiten und in Büchern über diese Gruft ausführlichere Informationen.
Aus wissenschaftlicher Sicht, Für Anthropologen zum Beispiel, muß diese Gruft eine wahre Schatzkammer sein.
Was mich allerdings beschäftigt ist, weshalb Menschen das Bedürfnis entwickeln, ihren verblichenen Lieben beim Verwesen zuzusehen. Denn trotz aller Bemühungen ist der natürliche Verfallsprozess ja nicht gestoppt, zumal auch schon Trockenmumien eigentlich nicht mehr viel mit den lebendigen Menschen zu tun haben, die sie einmal gewesen sind.
Ein gewisses Interesse an den biologischen Prozessen zu haben, die sich mit dem menschlichen Körper vollziehen, ist eine Sache, wenn es sich dabei um Tote handelt, die man zu Lebzeiten nicht selbst gekannt hat.
Den Verfall der Überreste von Menschen zu beobachten, die einmal geliebte Angehörige waren, ist dagegen etwas völlig Anderes.
Ein gewisser General Mario Lombardo wollte sogar 1920 dem Verfall ganz und gar trotzen. Als nämlich seine zweijährige Tochter Rosalia an der spanischen Grippe starb, konnte er sich nicht mit dem Verlust abfinden und beauftragte den als "Meister der Mumien" berühmt gewordenen Chemiker Alfredo Salafia mit der Einbalsamierung des toten Kindes.
Der beherrschte sein Handwerk derart gut, daß der Körper sich bis heute nahezu unversehrt und sogar sehr lebensnah erhalten hat und heute sogar als die schönste Mumie der Welt gilt.
Erst Anfang diesen Jahres kam ein junger Anthropologe hinter das Geheimnis von Salafias Kunst, wie hier nachzulesen ist.
Kurz zusammengefasst lief dieser Prozess folgendermaßen ab:
Die Toten wurden auf bestimmte Weise eine Zeit lang getrocknet. Das vor Ort vorhandene Tuffgestein, spielte dabei eine wesentliche Rolle. Anschließend wusch man die Trockenmumien mit Essig, kleidete sie standesgemäß an und brachte sie in die Katakomben, wo sie an "ihren" Platz aufgebahrt, aufgehängt oder aufgestellt wurden.
Dort konnten die Verstorbenen von ihren Angehörigen besucht werden. Es war auch nicht unüblich, die Überreste von Zeit zu Zeit neu einzukleiden, was den guten Zustand der Kleider erklärt, der mir beim Anscheuen der Bilder sofort aufgefallen war.
Es muß sicher nicht extra erwähnt werden, daß dieser Aufwand nur Geistlichen und gut betuchten Bürgern vorbehalten war.
Wer mehr darüber wissen will findet natürlich bei Wikipedia oder auf anderen Seiten und in Büchern über diese Gruft ausführlichere Informationen.
Aus wissenschaftlicher Sicht, Für Anthropologen zum Beispiel, muß diese Gruft eine wahre Schatzkammer sein.
Was mich allerdings beschäftigt ist, weshalb Menschen das Bedürfnis entwickeln, ihren verblichenen Lieben beim Verwesen zuzusehen. Denn trotz aller Bemühungen ist der natürliche Verfallsprozess ja nicht gestoppt, zumal auch schon Trockenmumien eigentlich nicht mehr viel mit den lebendigen Menschen zu tun haben, die sie einmal gewesen sind.
Ein gewisses Interesse an den biologischen Prozessen zu haben, die sich mit dem menschlichen Körper vollziehen, ist eine Sache, wenn es sich dabei um Tote handelt, die man zu Lebzeiten nicht selbst gekannt hat.
Den Verfall der Überreste von Menschen zu beobachten, die einmal geliebte Angehörige waren, ist dagegen etwas völlig Anderes.
Ein gewisser General Mario Lombardo wollte sogar 1920 dem Verfall ganz und gar trotzen. Als nämlich seine zweijährige Tochter Rosalia an der spanischen Grippe starb, konnte er sich nicht mit dem Verlust abfinden und beauftragte den als "Meister der Mumien" berühmt gewordenen Chemiker Alfredo Salafia mit der Einbalsamierung des toten Kindes.
Der beherrschte sein Handwerk derart gut, daß der Körper sich bis heute nahezu unversehrt und sogar sehr lebensnah erhalten hat und heute sogar als die schönste Mumie der Welt gilt.
Erst Anfang diesen Jahres kam ein junger Anthropologe hinter das Geheimnis von Salafias Kunst, wie hier nachzulesen ist.
Monday, 29 June 2009
Kapuzinergruft und Mumiengeschichten I
Gerade habe ich seit längerem mal wieder Madame Talbot besucht, die ja bekanntermaßen ein Faible für Obskures, Skurriles und Morbides hat (was ihr einen Platz in meiner Linkliste einbrachte) und sie stellt in ihrem Weblog ein Buch über die Lebenden Toten von Palermo vor.
Also das ist unglaublich, finde ich, in welch gutem Zustand diese sterblichen Überrreste teilweise noch sind. Vor allem das mittlere Foto des jungen Mannes, dessen Gesichtszüge praktisch unversehrt erhalten sind ist sehr erstaunlich. Dabei dürfte der Tod dieser Leute mehr als 100 Jahre her sein.
Faszinierend!
Nachtrag I:
Hier ist noch ein beachtenswerter Link zum Thema. (auch bei Madam T. gefunden):
Kings, Capuchin`s Catacombs of Palermo
Nachtrag II:
Das Geheimnis der Rosalia Lombardo
Also das ist unglaublich, finde ich, in welch gutem Zustand diese sterblichen Überrreste teilweise noch sind. Vor allem das mittlere Foto des jungen Mannes, dessen Gesichtszüge praktisch unversehrt erhalten sind ist sehr erstaunlich. Dabei dürfte der Tod dieser Leute mehr als 100 Jahre her sein.
Faszinierend!
Nachtrag I:
Hier ist noch ein beachtenswerter Link zum Thema. (auch bei Madam T. gefunden):
Kings, Capuchin`s Catacombs of Palermo
Nachtrag II:
Das Geheimnis der Rosalia Lombardo
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